von Professor Dr. Holm Putzke, LL.M. *
Die Juristische Fakultät der Universität Passau hat ein weiteres Aushängeschild: das Institut für Rechtsdidaktik. Es besteht im Kern aus drei Professoren, die „aus einer Hand“ einen umfassenden Examenskurs anbieten – alles finanziert aus Studiengebühren. Das ist bundesweit einmalig.
von Eva Ghazari *
Die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften (DHV) Speyer bietet die Chance, den Vorbereitungsdienst um eine interessante Station zu bereichern. Das einsemestrige Ergänzungsstudium steht heute allen Referendaren offen.
Aus dem Namen leiten viele Referendare ab, es handele sich bei der DHV um eine reine Verwaltungshochschule. Tatsächlich aber kann mit dem Speyer-Semester der Vorbereitungsdienst um weitere wertvolle Themen ergänzt werden. Ein Besuch der DHV Speyer ist im Rahmen des Rechtsreferendariats für die Dauer von drei Monaten möglich. Das Speyer-Semester kann sowohl in der Verwaltungsstation als auch – in Ausnahmefällen oder abhängig vom Bundesland – in der Rechtsanwaltsstation absolviert werden. Einige Länder – beispielsweise Hessen – schreiben vor, dass der Besuch der Hochschule in der Verwaltungsstation mit dem Besuch einer Verwaltungseinrichtung in der Wahlstation zu verbinden ist. Es empfiehlt sich, die Regelungen im Ausbildungsland vor Beginn der Anmeldung zu studieren, damit keine unerwarteten Folgen entstehen.
Die Anmeldung erfolgt bei den zuständigen Ausbildungsbehörden. Das Sommersemester in?Speyer beginnt am 1. März, das Wintersemester am 1. September eines jeden Jahres. Zulassungsvoraussetzungen bestehen keine. Auch eine Abschlussprüfung ist nicht vorgesehen. Vielmehr wird am Ende des Semesters ein Semesterzeugnis erstellt, wenn die geforderten Mindestleistungen erbracht wurden. Hierfür ist es erforderlich, dass mindestens 20 Semesterwochenstunden belegt wurden und die erfolgreiche Teilnahme an einem Seminar und einer projektbezogenen Arbeitsgemeinschaft in Form der entsprechenden Scheine nachgewiesen werden können. Ferner müssen die entsprechenden Auflagen der jeweiligen Bundesländer erfüllt werden, worunter beispielsweise die Teilnahme an einer Landesübung oder an Klausuren zu verstehen ist.
von Nora Ziegert *
In Jura stehen die Studierenden doppelt unter Druck: In wenigen Semestern ist eine enorme Stofffülle zu erarbeiten und das Studium endet mit einem Alles-oder-Nichts-Examen. Nicht ohne Grund sind Repetitorien seit langen Jahren fester Bestandteil der Juristenausbildung. Inzwischen haben die Universitäten aufgeholt. Aber geht das denn, ein Examen ohne Rep?
„Wenn man Examen machen möchte, ohne zum Repetitor zu gehen, braucht man nur eines“, sagte unser Professor, „Selbstbewusstsein“. Das Mädchen neben mir schüttelte halb mitleidig, halb resigniert den Kopf. „Aber was ist mit Disziplin?“, fragte ein Student. „Ohne Disziplin wird das auch beim Rep nichts.“ – „Und Intelligenz?“ „Intelligent genug sind Sie alle allemal, sonst würden Sie nicht hier sitzen.“ So einfach sieht das also aus, wenn man zwei (offensichtlich gute) Examina hinter sich hat. Ob die nun mit oder ohne Rep geschrieben wurden, danach fragt im Nachhinein keiner mehr. Wir haben auch nicht gefragt.
„Wer in vier Jahren sein Studium abschließen will, kann sich einen Irrtum in Bezug auf Stoffauswahl und -aneignung nicht leisten.“ „Wir geben Ihnen gezielte Tipps! Vertrauen Sie auf unsere Expertenkniffe.“ (1) Das klingt schon ganz anders, aber mindestens genauso einfach: Lassen Sie sich helfen. Sie sind nicht allein. Kein Wunder, denn schließlich „ermöglicht die studentenfreundliche Preisgestaltung auch den Erwerb (der Repetitoriumsunterlagen) als Gesamtwerk.“ Wenn das nicht Argument genug ist.
von Tianyuan Zhuang und Dr. Karin E. M. Beck, LL.M. (Berkeley) *
Chinas rasanter wirtschaftlicher Aufstieg ist in aller Munde. Aber wie sieht es mit der Entwicklung des Rechtswesens des bevölkerungsreichsten Landes der Erde aus? Ein Bericht aus und über China.
Seit dem Ende der Kulturrevolution versucht die chinesische Regierung mit Nachdruck sich eine neue Rechtsordnung zu geben, die den Erfordernissen einer modernen Wirtschaft entspricht. Bereitwillig wird dabei auf die Erfahrungen ausländischer Rechtsordnungen zurückgegriffen. Gerade das deutsche Recht dient oft als Vorbild. Neben historischen Gründen spricht der hohe Grad der Systematisierung für das deutsche Recht.
von Lars Jope *
Etwa 15.000 Lobbyisten und 2.500 Lobbyorganisationen sind in der „europäischen Hauptstadt“ Brüssel tätig. (1) Der Beitrag gibt einen Einblick in das Tätigkeitsfeld dieses Berufstandes, der häufig und nicht zufällig von Juristen besetzt ist.
In den letzten Jahrzehnten wuchs die Europäische Union auf einen Staatenverbund mit 27 Mitgliedern. Eine halbe Milliarde Menschen erwirtschaften gemeinsam im Europäischen Binnenmarkt das größte Bruttoinlandsprodukt der Welt (2). Brüssel (3), die de facto Hauptstadt Europas mit ihren EU-Institutionen (4) wird für Lobbyisten immer wichtiger, da nationale Wirtschaften und Gesetze von einer Vielzahl europäischer Impulse beeinflusst werden.