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Jura Journal 3/2011
Magazin für junge Juristen


Das Jura Journal 1/2012

erscheint am 24. Januar 2012


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Buchtipps Juristische Literatur

Welches Buch eignet sich für die Ausbildung, was lohnt den Kauf? Wir stellen Neuerscheinungen und Neuauflagen vor. Die Skala unseres Wertungssystems reicht von 0 bis 5 Punkte. Je mehr Punkte ein Buch erhält, desto besser ist die Bewertung.

Kohler-Gehrig
Einführung in das Recht
Kohlhammer, 2010, € 20,–, 140 S.

In Zeiten einer um sich greifenden „Überbeschleunigung“ des Studiums bleibt oft wenig Muße, sich der Grundlagen dessen zu vergewissern, was man tut und lernt. Die Fülle des Stoffs, der beständige Leistungsdruck und die teils doch ziemlich harten Examensanforderungen zwingen dazu, sich auf das Wesentliche – den examensrelevanten Stoff – zu konzentrieren.

Timme
BGB Crashkurs
C.H. Beck, 2010, € 9,80, 159 S.

Die Neuerscheinung in der Reihe Beck kompakt (DIN A6-Format) richtet sich an Studienanfänger – zur ersten Orientierung – und an Fortgeschrittene – zur kompakten Wiederholung (Vorwort).

Langenfeld
Grundlagen der Vertragsgestaltung
C.H. Beck, 2. Aufl. (2010), € 24,90, 218 S.

Eine Aktualisierung dieses Lehrbuchs war aus dreierlei Gründen fällig: Zum einen stammt die Erstauflage aus 2001, so dass darin vor allem die Schuldrechtsreform noch nicht berücksichtigt ist. Zum anderen spielen kautelarjuristische Klausuren in beiden Examina eine immer bedeutendere Rolle. Und schließlich gibt der Lehrbuchmarkt nur wenige gute Werke zur Vertragsgestaltung her. Dieses hier ist eines davon.

Ulrici
Fallsammlung zur Rechtsgestaltung
Springer, 2010, € 22,95, 283 S.

Für Studierende ist die Frage nach der Herangehensweise an eine Kautelarklausur besonders schwierig. In dieser Neuerscheinung bietet der Autor einen guten Vorschlag für ein von Studenten häufig gewünschtes Schema (S. 9 und 271): nach Erläuterungen zum Regelungsziel sollen Ausführungen zum Regelungsbedarf folgen (also Klärung der bestehenden Rechtslage und Vergleich mit den Regelungszielen) und im Anschluss dessen Umsetzung (also Darstellung geeigneter und zulässiger Gestaltungen, dann Auswahl einer dieser Vorschläge), den Schluss bildet die Ausformulierung.

Elzer
Prüfungswissen ZPO für Rechtsreferendare
Kohlhammer, 2010, € 42,90, 478 S.

Der Autor stellt Hinweise zur Assessorklausur vor die Klammer und behandelt nahezu alle examensrelevanten Prozesssituationen und Probleme der ZPO.

Hilgendorf
Fälle zum Strafrecht für Fortgeschrittene
C.H. Beck, 2010, € 18,90, 212 S.

Hilgendorf hat eine Trilogie geschaffen: neben den Klausurenkursen I (Fälle für Anfänger) und III (Fälle für Examenskandidaten) legt er einen Klausurenkurs II vor, der sich an fortgeschrittene Studenten wendet. 15 Fälle werden hier auf gut 200 Seiten besprochen.

Murmann
Prüfungswissen Strafprozessrecht
C.H. Beck, 2. Aufl. (2010), € 16,90, 115 S.

Das Strafprozessrecht ist nicht wirklich ein Teilgebiet, das sich bei Studenten und Referendaren besonderer Beliebtheit erfreut. Die Materie gilt als spröde und mancher konzentriert sich lieber auf eine hinreichende Anzahl von Einzelfällen als auf das Verstehen der Struktur. Der schmale Band von Murmann kann Abhilfe schaffen.

Putzke / Scheinfeld
Strafprozessrecht
C.H. Beck, 3. Aufl. (2011), € 9,90, 206 S.
Das Strafprozessrecht als ungeliebtes aber klausurrelevantes Gebiet muss in seinen Hauptzügen sicher beherrscht werden. Wer den Ablauf des Verfahrens und die Standardprobleme kennt, wird mühelos wichtige Punkte auf dem Weg zum Examen mitnehmen können – bei vergleichsweise geringem Lernaufwand.

Hömig (Hrsg.)
Grundgesetz
Nomos, 9. Aufl. (2010), € 34,–, 849 S.

Vorzustellen ist die Neuauflage eines „kleinen Klassikers“ unter den Kommentaren zum Grundgesetz. Erstmals 1982, damals noch in der Mitherausgeberschaft von Karl-Heinz Seifert, erschienen, ist der Hömig ein bewährtes Erläuterungswerk der Verfassung von Praktikern und vornehmlich für Praktiker.

Kerst
Der öffentlich-rechtliche Aktenvortrag im Assessorexamen
C.H. Beck, 2010, € 9,90, 120 S.
Das Bändchen im Postkartenformat und mit nur 120 Seiten passt in jede Sakkotasche – ideal, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. In zehn Kapiteln präsentiert das Buch alles, was der Referendar zur Vorbereitung auf das Prüfungsthema Aktenvortrag braucht.

Bülter
Öffentlich-rechtliche Anwaltsklausuren im Assessorexeamen
C.F. Müller, 2010, € 18,95, 224 S.

Der Aufbau des Buchs folgt der Grundstruktur, die Bülter für die Bearbeitung von öffentlich-rechtlichen Anwaltsklausuren vorschlägt (S. 5 ff.): Der Feststellung des Mandantenbegehrens, dem anwaltlichen Gutachten, den Zweckmäßigkeitsüberlegungen sowie dem praktischen Aufgabenteil. Damit unterscheidet sich das Buch deutlich etwa von dem Werk von Herrmann und Finger (siehe Jura Journal, Heft 3, S. 32 f.). Dem Ziel, ein „Trainingsprogramm“ zur Vorbereitung auf die Anwaltsklausuren im Öffentlichen Recht vorzulegen, wird Bülter mit der gewählten Struktur sehr überzeugend gerecht.

Jochum
Steuerrecht I
Kohlhammer, 2010, € 25,–, 291 S.

Jochum wendet sich dem Allgemeinen Steuerrecht bzw. den Grundlagen des Steuerrechts nebst Steuerstrafrecht mit internationalem Steuerrecht respektive den europarechtlichen Grundlagen des Steuersystems zu. Der Verfasser ist um eine systematische Darstellung des Stoffes bemüht, den er an Hand insbesondere von Fallbeispielen, die der höchstrichterlichen Rechtsprechung entnommen sind, plastisch darstellt.

Elzer / Lemmel / Schiller / Westphal / Zivier
Sicher durch das 2. Staatsexamen
C.H. Beck, 2010, € 24,50, 238 S.

Für Referendare besteht die größte Schwierigkeit auf dem Weg zum zweiten Staatsexamen darin, den examensrelevanten Stoff einzugrenzen – kein leichtes Unterfangen. Abgesehen davon ist auch ein Umdenken vonnöten: „Weg aus der Theorie“, heißt es in den Arbeitsgemeinschaften.

Alpmann-Pieper / Alpmann / Krüger / Wüstenbecker (Hrsg.)

Brockhaus Studienlexikon Recht
C.H. Beck, 3. Aufl. (2010), € 38,–, 1.444 S.

Offen gestanden bin ich skeptisch an das Buch herangegangen: Auf 1.444 Seiten „den Prüfungsstoff für die gesamte juristische Ausbildung“ (so der Klappentext) in Stichworten darzustellen, wie sollte das gehen? Bei näherer Beschäftigung ist die Skepsis dem Erstaunen gewichen: es geht, wenn man das Buch richtig handhabt.
Natürlich ist es nicht die Funktion eines Rechtslexikons, von Anfang bis zum Ende durchgearbeitet zu werden.


Medicus / Petersen

Bürgerliches Recht
Vahlen, 22. Aufl. (2009), € 23,90, 504 S.

Das erstmals 1968 erschienene Werk ist längst ein Klassiker, der wohl nicht einmal mehr besonderer Empfehlung bedarf: Das „nach Anspruchsgrundlagen geordnete“ Bürgerliche Recht ist für Generationen von Studierenden in fortgeschrittenen Semestern zum Begleiter insbesondere bei der Vorbereitung auf das Examen geworden.


Zerres

Bürgerliches Recht
Springer, 6. Aufl. (2009), € 24,95, 464 S.

Dieses Einführungswerk „in das Zivilrecht und die Grundzüge des Zivilprozessrechts“, wie es im Untertitel heißt, dürfte in erster Linie Studierenden der Fachhochschulen zu empfehlen sein, für Jurastudenten hingegen kaum. Denn wer sich, wie letztere, in seinen ersten Semestern grundlegend zunächst den Allgemeinen Teil des BGB sowie anschließend das Schuld- und Sachenrecht erarbeitet, der benötigt vorlesungsbegleitend deutlich umfangreichere und tiefergehende Literatur, als sie der Zerres bieten kann und will.


Rauscher

Internationales Privatrecht
C.F. Müller, 3. Aufl. (2009), € 29,–, 537 S.

„Wer sich noch nicht mit Internationalem Privatrecht (IPR) befasst hat, könnte der irrigen Meinung sein, vor deutschen Gerichten werde immer deutsches Recht angewendet.“ Mit dieser Aussage führt Rauscher in das IPR ein und bietet den Studierenden ein didaktisch hochwertiges Produkt. Das Werk gliedert sich in die vier Teile Grundlagen, Allgemeine Lehren, Besonderer Teil des IPR und Internationales und Europäisches Zivilverfahrensrecht.


Deventer

Staatsanwaltschaftlicher Sitzungsdienst
Nomos, 2010, € 11,90, 158 S.

Schon das handliche Format dieses Bandes verrät es – dies ist kein Buch zur Examensvorbereitung. Es wendet sich vielmehr an den Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft, eine Aufgabe, die oft dem Stationsreferendar übertragen wird. Diesem gibt es praktische Hilfestellung für die Vor- und Nachbereitung der Hauptverhandlung sowie die Teilnahme an der Sitzung. Das Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es sich nicht auf Hinweise zur Erstellung und Halten des Plädoyers beschränkt, sondern versucht, alle Eventualitäten der Hauptverhandlung abzudecken.


Herrmann / Finger

Die Anwaltsklausur im Öffentlichen Recht
Boorberg, 2010, € 22,80, 118 S.

Zugänglich und damit ausgesprochen leserfreundlich erweist sich die Gliederung dieser Neuerscheinung: Die Autoren handeln Aufgabe und Gegenstand der anwaltlichen Tätigkeit nach den unterschiedlichen Verfahrensabschnitten in einem öffentlich-rechtlichen Mandat bis hin zu den Gebühren ab. Dies ermöglicht eine schnelle Orientierung und erspart langes Suchen.


Degenhart

Klausurenkurs im Staatsrecht II
C.F. Müller, 5. Aufl. (2010), € 20,– , 439 S.

Die fünfte, an Umfang leicht vermehrte Auflage des Klausurenkurses – er ergänzt den Band „Staatsrecht I“ – bringt 18 aktualisierte und zum Teil gegenüber der Vorauflage ausgetauschte Fälle mit Lösungen auf Examensniveau. Vorangestellt sind eine Einführung in die Arbeit mit dem Buch, den Aufbau staatsrechtlicher Klausuren und die typischen Klausurprobleme.


Haratsch / Koenig / Pechstein

Europarecht
Mohr Siebeck, 7. Aufl. (2010), € 34,–, 733 S.

Wieder ein Lehrbuch zum Europarecht. Europa durchdringt alles – könnte man meinen. Und das liegt sicherlich nahe an der Wahrheit. Die zunehmende Harmonisierung der verschiedensten Rechtsmaterien ist nur ein Beleg dafür. Es entscheiden sich nicht nur immer mehr Studenten für die Schwerpunktbereiche des Europarechts – auch im Examen ist das Recht der Europäischen Union zu einer regelmäßig in Erscheinung tretenden Materie geworden.


Kropholler

Studienkommentar BGB
C.H. Beck, 12. Aufl. (2010), € 32,50, 1.166 S.

Der Umgang mit dem Palandt will gelernt sein. Für Studierende der Eingangssemester ist der den Fortgeschrittenen, vor allem in der Praxis, unentbehrliche Kommentar schon wegen seiner „Kurzschrift“ schwere Kost. Das ist bei dem hier vorzustellenden Studienkommentar vollkommen anders, der nach dem Ableben seines Begründers in neuer Verantwortung erscheint.


Rosenberg / Schwab / Gottwald

Zivilprozessrecht
C.H. Beck, 17. Aufl. (2010), € 128,–, 1.156 S.

Auch wenn es etliche Studierende nicht als vordringlich zu lernende Materie ansehen: Das Zivilprozessrecht hat herausragende Bedeutung. Zu glauben, in der Referendarausbildung werde man das schon „beigebracht“ bekommen, ist nach der Erfahrung des Verfassers ein bedauernswerter Irrtum, denn die Referendarausbildung ist von den Zufälligkeiten des Fallaufkommens beim Ausbilder abhängig. Vor diesem Hintergrund kann das „große“ und traditionsreiche Lehrbuch von Rosenberg, Schwab und Gottwald nur dringend zur Durcharbeit empfohlen werden.


Adolphsen

Zivilprozessrecht
Nomos, 2. Aufl. (2009), € 22,–, 316 S.

Die Frage, wie viele Lehrbücher zum Zivilverfahrensrecht der juristische Buchmarkt verträgt, sei dahingestellt, zumal Angebot und Nachfrage insoweit letztendlich alles richten werden. Jedenfalls hat nun auch Adolphsen sein noch sehr junges Werk für Studenten für die zweite Auflage komplett überarbeitet.


Charchulla / Ernst

Referendarausbildung in Strafsachen
C.F. Müller, 2. Aufl. (2010), € 21,50, 224 S.

Diese aktualisierte Neuauflage berücksichtigt bereits die examensrelevanten Änderungen im Zusammenhang mit Untersuchungshaft und Verteidigung, die zum 1. 1. 2010 in Kraft traten. Die Gliederung des Buchs („Ausbildung bei der Staatsanwaltschaft“, „Ausbildung beim Strafrichter“ und „Ausbildung beim Strafverteidiger“) ist zwar ungewöhnlich, die Darstellung in den Kapiteln aber erfreulich klar strukturiert.


Herrmann / Finger

Die Anwaltsklausur im Öffentlichen Recht
Boorberg, 2010, € 22,80, 118 S.

Die Autoren Herrmann und Finger reagieren mit ihrem Werk auf die gestiegene Bedeutung von öffentlich-rechtlichen Anwaltsklausuren im zweiten Staatsexamen. Zugänglich und damit ausgesprochen leserfreundlich erweist sich die Gliederung: Die Autoren handeln Aufgabe und Gegenstand der anwaltlichen Tätigkeit nach den unterschiedlichen Verfahrensabschnitten in einem öffentlich-rechtlichen Mandat bis hin zu den Gebühren für diese Tätigkeiten ab. Diese Aufteilung ermöglicht eine schnelle Orientierung und erspart langes Suchen.


Storr / Schröder

Allgemeines Verwaltungsrecht
Kohlhammer, 2010, € 25,–, 340 S.

Noch ein Buch zum Allgemeinen Verwaltungsrecht? Dies erscheint zunächst als berechtigte Frage. In der seit 2005 erscheinenden neuen „Studienreihe Rechtswissenschaften“ war das allgemeine Verwaltungsrecht bislang nicht vertreten, und die beiden Autoren, die der jüngsten Generation der deutschen Staatsrechtslehrer angehören, dürften doch einen anderen Zugang auch zu neuen Themen des Verwaltungsrechts haben, die sie doch sicherlich in die erste Auflage ihres Lehrbuchs aufgenommen haben.


Tettinger / Mann

Einführung in die juristische Arbeitstechnik
C.H. Beck, 4. Aufl. (2009), € 23,50, 270 S.

Wer sich für das Jurastudium entschieden hat, wird schon bald mit einer gewaltigen Menge Lernstoff konfrontiert. Ein erfolgreiches Bestreiten der – zweifelsohne anspruchsvollen – juristischen Ausbildung setzt daher voraus, dass man sehr früh lernt, strukturiert an die einzelnen Rechtsgebieten heranzugehen, Argumentationsmuster zu entwickeln und methodisch zu arbeiten. Eine Anleitung dazu liefert das Werk von Tettinger, nunmehr fortgeführt durch Mann.